Deutsche Lautengesellschaft  

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Musikanten

Berichte

11. Lautenspielertreffen in Cottbus; 27. – 28.09.2016

Der Bericht zum diesjährigen 11. Lautenspielertreffen in Cottbus könnte kurz ausfallen: „Schön, alles wie immer!“
Oberflächlich betrachtet wäre das schon wahr, aber wenn man ins Detail schaut, öffnet sich doch ein Bild, welches einen neuen Höhepunkt in der qualitativen Entwicklung des Spielertreffens zeichnet.

Doch dazu gleich mehr, bleiben wir erst Mal beim schönen Beständigen: Wie immer gehen im Vorfeld viele Mails mit und ohne Spielvorschläge hin und her, steht auf konstantem Hoch die Vorfreude und die erkennbar intensive Arbeit, mit der sich jeder Teilnehmer individuell auf das Treffen vorbereitet.
Dann die Rituale des Eintreffens und des Begrüßens in der Cottbuser Oberkirche, die ersten groben Zeitpläne, das abendliche gemütliche Zusammensein beim Griechen um die Ecke und die gute Verpflegung in der Küche der Kirche durch viele fleißige gute Geister.
Auch der künstlerische Rahmen ist in den letzten Jahren unverändert: Samstagabend das öffentliche Konzert mit professionellem Programm, die Begleitung des sonntäglichen Gottesdienstes mit Lauten- und Renaissancemusik und abschließend am Sonntag Nachmittag das öffentliche Werkstattkonzert der Teilnehmer.

Und gerade dieser künstlerische Rahmen hat in diesem Jahr einen großen Schub erfahren, der es erlaubte die Vorjahre zu übertreffen. Zumindest ist das meine Meinung, ein Eindruck und soll nicht ansatzweise die Leistung der Künstler aus den vergangenen Jahren schmälern. Aber was das Trio Collage aus Berlin mit seinem Programm „Metamorphose - Fröhliche Melancholie“ mit Musik aus dem 15. Jahrhundert auf historischen Instrumenten zum Klingen brachte, habe ich so noch nicht gehört, besser: nicht erlebt. Lauteninstrumente, Blasinstrumente und Harfen gespielt mit einer Hingabe und Virtuosität, ich will objektiv bleiben, der Beifall des zahlreichen Publikums bestätigte meinen Eindruck.
Einfach toll, was Wolfgang als Organisator des Treffens auch hier wieder auf die Beine stellte.

Er war es auch, der gleich zu Beginn des Treffens die Losung für das Teilnehmer Werkstattkonzert am Sonntag verbreitete: „Qualität vor Quantität“. Eigentlich selbstverständlich. Ja, aber das wurde in der Vergangenheit nicht unbedingt gelebt.
Deutlich konzentrierter als früher lief daraufhin bereits das Einstudieren der Tutti Darbietungen (Cottbuser Volksmund: Rudelstücke) „Nos esprits libres et contents“ und „Bacco Bacco“. Besonderer Dank an dieser Stelle an Ulrike und Udo fürs Engagement der Leitung.

Gegen 15 Uhr begann dann endlich das Werkstattkonzert mit dem Valderabano Duett „In spiritu sancto“ gespielt von Wolfgang und Klaus, gefolgt von Antje, Reto, Jörg, Matthias, Alexander, Olaf und Ulrike mit Stücken von Purcell und Arcadelt. Danach war die Reihe an Udo, Almut und Hanne mit Stücken aus dem 15.Jh u.a. von Tromboccino und dem „Bacco, bacco“ mit umfangreicher Teilnehmer Unterstützung. Anschließend wussten Dorothea und Siegfried durch Barockmusik, mit einer wenig bekannten Triosonate von Nicola Haym und einer anonymem Chaconne zu überzeugen. Ilona und Jörg spielten uns das Dowland Stück „Fortune my Foe“, ein Cottbuser Klassiker, aber immer wieder gerne gehört! Jörg, angereist aus NRW, war übrigens das erste Mal mit dabei. Ziemlich zum Schluss gab es danach englische, deutsche und spanische Renaissance mit meinem Trio Franz, Olaf und Lothar. Glanzvoller Abschluss war dann das bereits oben erwähnte „Rudelstück“ von Antoine Boesset.

Bei so viel Spaß an Musik sollte man nun eigentlich zufrieden sein und sich aufs nächste Jahr freuen. Es steht sogar bereits ein avisierter Termin im Oktober 2017. Aber es gibt leider auch einen Wermutstropfen in der Entwicklung des Cottbuser Spielertreffens und der ist die stetig sinkende Publikumszahl beim Werkstattkonzert am Sonntag. Konnte ich in einem Bericht von 2009 noch euphorisch von 100 Zuhörern berichten, ist das auf ein mageres Viertel zusammengeschrumpft. Ob es an dem prächtigen Herbstwetter (genau wie im vergangenen Jahr) lag? Ob der Anspruch des Publikum jeweils durch die professionellen Höhepunkte am Samstag Abend gesättigt ist? Schwer zu sagen, schade. Die Qualität des kurzweiligen Werkstattkonzerts jedenfalls hat für sich gesprochen und empfiehlt sich für das Kommende.

Lothar Wilfling





Wer noch mehr Bilder sehen möchte, kann diesem Link folgen. Viel Spaß!
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Zehntes Cottbuser Spielertreffen 2.–4. Oktober 2015

Manöverkritik ist ja immer gut. Dieses Mal hatten wir zum Schluss sogar richtig Zeit dafür, wo sonst die meisten eilig aufbrachen. Von denen, die zum Schluss noch da waren, habe ich vor allem dies mitgenommen: Die gute, offene Atmosphäre hat Spaß gemacht, dazu auch das Zusammenspiel und auch, das Gewünschte spielen zu können. Auch die Möglichkeiten, die der Kirchenraum bietet, waren ein deutlicher Pluspunkt. Das nennt man dann wohl einen vollen Erfolg.

Für die aktiven Teilnehmer bedeutete das Treffen eine Gelegenheit, nach Herzenslust ihrer Leidenschaft zu frönen. In den Räumen der Kirche wurde an ganz verschiedener Musik gearbeitet. Die Stücke reichten vom hohen Mittelalter bis zum ausgehenden Barock, also über musikalisch stark unterschiedliche Epochen. Von einer Epoche zur anderen sind es weite ästhetische Sprünge.

Die passiven Teilnehmer, also das Publikum, standen beim abschließenden Werkstattkonzert mithin vor einer großen Aufgabe. Eine Stunde, die mit Federkiel auf einer fünfchörigen Laute und Chrotta beginnt, die dann Ensemblemusik und Gesang aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu Gehör bringt und am Ende der Stunde mit Traversflöte und Generalbass schließt, stellt auch an wohlgesinnte Hörer hohe Ansprüche.

Ich habe die Renaissancegitarre kennen und mögen gelernt. So klein, so wenige Saiten, aber welch ein Klangreichtum, welche Kunst, auch mit wenigen Chören polyphone Musik darzustellen! Eine Ausgabe mit 90 Stücken für Renaissancegitarre, Lautenbegleitung und Gesang von Pascale Boquet stand auf den Notenständern, aus der wir die von Wolfgang so genannten Rudelstücke bestritten haben. Hat Pascale die Tabulaturen selber erstellt, oder konnte sie sie übernehmen? Keine Zeit zum Nachlesen, das Spielen ging vor.

Was ich an solchen Spielertreffen auch sehr schätze, ist der Austausch während der Spielpausen. Da geht es um den schmerzfreien Rücken, geschmeidige Finger, gesunde und vorteilhafte Körperhaltungen, Atmen, Haltungshilfen, Pläne für die Zukunft, abwesende Freunde (die Schar der Cottbuser Freunde ist größer als der Kreis derer, die jeweils dabei sind) und vieles mehr.

Fasziniert war ich von einem Chitarone der besonderen Art. Für diejenigen, die sich mit dem Instrument schon mal beschäftigt haben, dürfte klar sein: Ein Chitarone hat 14 Saiten. Aber wo steht das geschrieben? Es können doch sehr wohl auch nur elf Saiten sein, so dass man ohne Giraffenhals auskommt. Vielleicht sahen so die allerersten Chitaroni aus?

Herzlich willkommen waren die Mitglieder des Ensembles Arcadia unter der Leitung von Beate Dittmann, die sich unter die Spieler mischten. Dieses Mal hatten sie Texte aus dem Arcadia-Roman von Sir Philip Sidney zu einem szenischen Rahmen für das Konzert zusammengestellt – eine schöne Idee!

Der Feiertag des 3. Oktober fiel dieses Jahr auf den Sonnabend, so dass die Kirche vormittags dem Gottesdienst vorbehalten war (hat mich tief beeindruckt); dafür hatten wir sie den ganzen Sonntag für uns.

Der Gemeinde der Oberkirche St. Nicolai gebührt ein großes Dankeschön dafür, dass sie uns ihre Räume ein ganzes Wochenende überlässt. Herzlichen Dank! rufe ich auch Gudrun und Wolfgang Wiehe zu, die die Organisation besorgt und uns mit Tee, Kaffee und leckerstem Kuchen versorgt haben. Danke dafür, dass Ihr trotz der Mühen nicht müde werdet. Ich freue mich sehr auf das nächste Treffen im kommenden Jahr (22. – 24. September 2016).




Lautenspielertreffen Cottbus 2014
Vielversprechend - Cottbus 2014 und ein fiktives Interview


F.I.: Einen Moment bitte lieber Teilnehmer, gestattest du ein paar Fragen zum diesjährigen Lautenspielertreffen in Cottbus? Wann fand es denn eigentlich statt?

L.T.: Na da akzeptiere ich doch höchstens das Wort diesjährig. Oder meinst du etwa, es fing an als Sonnabend vormittags der letzte Teilnehmer eintraf, oder vielleicht eine halbe Stunde später? Nein, schon Monate vor dem 27. September haben sich doch die Ersten zusammengerauft, Liedvorschläge erarbeitet, geübt, geprobt und organisiert. Wochen vorher wurden Mails hin und her geschickt bis man den Überblick verlor, wer wem da gerade eigentlich was schreibt. Und „Lauten“spielertreffen (-lacht-), wer hat denn dann die Gamben, Flöten, Vihuela und Harfen gespielt, fleißig gesungen und.....

F.I.: Oh, schon gut! So habe ich das ja noch gar nicht gesehen. Aber hat das alles so geklappt?

L.T.: Nun, klappen tun ja bekanntlich nur die Türen und die in der Cottbuser Oberkirche besonders kräftig. Wir Musikanten nennen das Proben. Der Laie tut es auf seinem Niveau, der Profi mit Gemach und unsere Gäste vom „Arcadia Consort“ routiniert und mit großartigem Abendprogramm über die Musik zur Zeit von Karl V. Die Ergebnisse waren dann Sonntag auch im Gottesdienst und im Werkstattkonzert der Teilnehmer am Nachmittag zu hören.

F.I.: Klingt ja spannend. Wann, ich meine wie ging das ähh... Spielertreffen dann zu Ende?

L.T.: Gar nicht! Nichts ging zu Ende. Klar sind Sonntag Nachmittag nach dem Werkstattkonzert und nach unter professioneller Anleitung gemeinsam gesungenen Renaissance Chorstücken alle nach Hause gefahren. Aber von einem Ende konnte wohl bei tagelangem Gedankenaustausch danach und dem Auswerten der vielen Mitschnitte keine Rede sein.

F.I.: Hmm..., verstanden, ist wohl besser, ich lass die Fragerei. Halt noch: ich habe gehört nächstes Jahr soll zum 10. Mal das Treffen der Lautenspieler in Cottbus am 03.10.2015 stattfinden, ein Jubiläum sozusagen?

L.T.: Oje, du hast gar nichts verstanden! Aber Jubiläum, o.k., das lass ich gelten.


Abgelauscht und aufgeschrieben von Lothar Wilfling




Weitere Fotos
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8. Cottbuser Lautenspielertreffen 2013

- Gebrechen von Gestern -

Mit Schrecken habe ich beim Durchblättern des Lauten-Info 1/2014 bemerkt, daß bisher kein Bericht vom Oktober 2013 aus Cottbus geschrieben denn erschienen ist. Dabei war dieses Treffen sehr bemerkenswert und hat meinen Blutdruck des öfteren hochschießen bzw. mich in tiefe Resignation verfallen lassen, wobei das gar nicht nötig war! Es war am Ende doch ein wunderschönes musikalisch/freundschaftliches Beisammensein mit mehr als 15 Teilnehmern aus Hamburg, Bremen, Berlin, Dresden, Cottbus, dem Wendland und der Schweiz…..

Doch noch etwas zur Vorgeschichte: Ende September/Anfang Oktober häuften sich die Absagen: Erkältungen, Schlüsselbeinbruch, Gelenkentzündungen in der Hand, ein Armbruch und diverse andere Wehwechen reduzierten die Teilnehmerzahl zunehmend. Zu allem Überfluß blieb auch noch die Heizung dank eines herbstlichen Blitzeinschlages kalt, eiskalt. Am Vorabend des Treffens kam dann aus Hamburg/Lübeck die Schreckensnachricht, daß das Duo, das das Abendkonzert am Samstag geben sollte, durch einen Rippenbruch des Sängers nicht nach Cottbus anreisen konnte! Biertrinken in der Social-meeting-Stammkneipe „Zelig“ half da auch nicht wirklich. Aber beim Bier kam die rettende Idee: Magnus Andersson, den wir schon 2 Jahre zuvor als bemerkenswerten Lautenisten erleben durften, sagte mit seiner Gesangspartnerin Christina Stegmaier (beide leben in Berlin) spontan zu, das Konzert am nächsten Abend zu übernehmen mit einem wunderschönen englischen Liedprogramm von Dowland bis Purcell. Und was war das für ein Konzert in der dunklen, eiskalten Kirche! Schauer liefen wohl nicht nur mir bei dem intensiven Musizieren der Beiden über den Rücken! Über 70 Besucher hatten den Weg zu uns in die große Kirche gefunden, ein Zeichen zunehmender Verstetigung des Lautenspielertreffens auch beim cottbuser Publikum selbst.

Das Miteinandermusizieren der anderen Teilnehmer, der Gottesdienst mit Lautenmusik (auch hier wieder Rückengeriesel) und das gut besuchte Werkstattkonzert am Sonntag machten wieder viel Freude. Das abendliche, gemütliche Beisammensein beim Griechen sowieso. Habt alle herzlichen Dank für dieses schöne, bemerkenswerte Treffen.

Das 9. Cottbuser Lautenspielertreffen findet dieses Jahr am 27./28. September statt. Wer will (und viele wollen sicher) kann sich schon am 26. September abends mit mir im „Zelig“ treffen. Es gibt immer viel rund um die Alte Musik auszutauschen. Das Konzert am Samstagabend wird vom Arcadia Consort Berlin unter der Leitung von Beate Dittmann gestaltet.

Hals- und Beinbruch wünscht Euch allen Wolfgang Wiehe

Anmeldung unter:
Wie-wolf@gmx.de
0355 21500


Fotos
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Lautenfestival Bremen 2013

Fotos
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Time stands still

In diesem Jahr lagen das Lautenfestival auf der Burg Sternberg und das Spielertreffen in Cottbus so dicht zusammen, dass ich mich entscheiden musste. Ich habe das Spielertreffen gewählt, und, um es gleich vorweg zu sagen, für mich war das sehr gut. Üblich ist für mich das abendliche Spielen im stillen Kämmerlein. Nun also sich herauswagen, sehen und hören, was und wie andere spielen!? Kann ich mit meiner "Wild-West-Technik" überhaupt mithalten? Meine Sorgen waren aber schnell überwunden. Auch Fortgeschrittene Spieler spielten mit mir die Stücke, die ich mitgebracht hatte, und ich konnte bei anderen mitspielen. Das gemeinsame Üben machte richtig Freude, wenn auch beim abschließenden Werkstattkonzert einiges nicht so ganz klappte. Die ganze Atmosphäre an diesem Wochenende  war so wohltuend. Wolfgang Wiehe leitete locker und souverän den Verlauf der musikalisch kaum planbaren Veranstaltung. Wunderbar war auch am Samstagabend das Konzert in der Oberkirche. Alexander Loewe (Laute), Antje Vesper (Sopran) und Olaf Heinrich (Gambe), sowie  Klaus Beirich auf der Laute spielten so manche Lieder und Stücke, die ich von Einspielungen auf CDs kenne.  Aber das ist alles keine Vergleich zum direkten Erleben, was mich bis in die Haarspitzen elektrisierte, z. B. bei Dowlands "Time stands still". Vielen Dank an alle netten Teilnehmer und besonders an Wolfgang für die vielfältigen Vorbereitungen und Durchführung. Ich möchte gern im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Eberhard Jacobshagen, Wustrow/Wendland


Fotos von Lothar Wilfling und Wolfgang Wiehe:
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Wieder Lautenklänge in der Lausitz

Zwischen Tradition und Neuem präsentierte sich das 6. Cottbuser Lautenspielertreffen am zweiten Oktoberwochenende dieses Jahres in den gotischen Gewölben und Schiffen der Oberkirche St. Nikolai.

Zum Musizieren an den Ufern der Lausitzer Spree fanden sich Sängerinnen und Sänger, Lautenisten, Harfen-, Flöten-, Fidel-, Gamben- und Violonespieler ein, um auf den spannenden Höhepunkt zuzusteuern. Der ist ja wie immer das Werkstattkonzert am Sonntagnachmittag, wenn es darum geht, die in kleinen Gruppen feingeschliffenen Programme erfolgreich aufzuführen.

Selbst mittelalterliche Wandstärken vermögen nicht gegen lautstarke Verstärkeranlagen anzukommen. Und so zwang uns ein Rummel auf dem Marktplatz vor Beginn des Konzertes von der atemberaubenden Akustik des Kirchenschiffes weg, in den Bonhoeffer-Saal. Einige Gesichter aus dem Publikum im bis auf die letzten Plätze besetzten Saal kamen mir schon aus den Vorjahren bekannt vor.

Das Konzert begann mit unseren eigenwilligen Interpretationen  von Thoinots Arbeaus "Belle qui tien ma vie" und Pierre Attaingnants "Tourdion". Mittelalterlich ging es weiter aus dem "Codex Las Huelgas" und dem "Cancionero de Palacio". Um in der Region zu bleiben erklangen danach Vihuelakompositionen "Si la noche" und "Quien de hizo Juan pastor". Arcadelt und Ortiz waren zu hören und nochmals ein Stück von Attaingnants "Destre amoureux", um nur einige Darbietungen zu nennen. Einen würdigen Abschluss bildete Dowlands Duett "My Lord Willoughbies welcome home".

Traditionsreich und immer einer Erwähnung wert, ist natürlich auch das Mittagessen beim Griechen sowie der abendliche Umtrunk im spanischen Ambiente. Auch die musikalische Begleitung des Gottesdienstes war für die Besucher sicher wieder ein Erlebnis der besonderen Art.

Was in der Form neu war: es gab bereits am Samstagabend ein einstündiges Recital auf Renaissance-  und Barocklaute, zu dem sich zahlreiche Zuhörer einfanden. Lautenist Magnus Andersson aus Schweden spielte dazu unter anderem Stücke von d`Aquila und Reusner. Wir wünschen Magnus für die Verwirklichung seiner Pläne  in Berlin alles Gute. Klar machte uns Organisator Wolfgang Wiehe, dies wäre nun das letzte Lautenspielertreffen gewesen. Aber wohl nur für dieses Jahr! Oh Schock, und ich dachte schon.....

Nein, auch für unser nächstes  Lautenspielertreffen stehen die Zeichen auf Grün, wird schon bald geplant und geprobt. Auch wenn das zahlenmäßige Verhältnis der Lautenspieler zu den Gesamtteilnehmern immer kleiner zu werden scheint, das wird die Tradition in Cottbus eher stärken.

Lothar Wilfling






Bericht zum Spielertreffen in München Herbst 2011

Liebe Lautenfreunde/innen,

das letzte Treffen ist nun schon längst wieder vorbei und jeder "werkelt" wieder überwiegend alleine vor sich hin. Da ist es vielleicht schön, in den Mitschnitt des letzten Treffen bzw. das Werkstattkonzert reinzuhören. Es war nicht nur ein "runder" Tag, sondern auch der Abschluss war hörenswert.

Muss ich erwähnen, wie wohl wir uns wieder in den Räumen der Musikschule Garching gefühlt haben? Wohl kaum, denn das sollte inzwischen jeder wissen. :) Ladet weiter ein, wen ihr ansprechen könnt - Vielfalt soll unser Motto sein. Keiner soll ausgegrenzt werden und wir wollen so spontan und beweglich bleiben, wie die Menschen es früher wohl auch waren, wenn sie mit den eben mal vorhandenen Instrumenten GEMEINSAM Musik machen wollten. Natürlich geht es uns um die Laute, aber die ist ja auch immer dabei.

Link zum Mitschnitt - dort der eingebettete Player am Ende der Seite:
http://www.muenchen-surf.de/RolandKauke/lauten.html

Zum nächsten Termin - den kann ich ausmachen, sobald für das Lautenfestival 2012 in Wien alles klar ist. Es soll auch vermieden werden, dass die Termine zu nah beieinander liegen. Um andere wichtige lautenistische Termine nicht zu übersehen wäre es hilfreich, wenn die - von wem auch immer - im Kalender des Lautenforums eingetragen werden. Immerhin kann das für jeden Interessant sein, da man dort dann auch Konzerte usw. findet.

Link zum Forum -  http://forum.lautengesellschaft.de/

Es grüßt euch herzlich
Roland Kauke, München




Bericht zur III. Meisterklasse Lautenspiel mit Herrn Prof. Joachim Held

Bereits zum dritten Mal in Folge führte Herr Prof. Joachim Held (Den Haag/Bremen) eine Meisterklasse für Lautenspiel in Bad Alexandersbad (Bayern, Deutschland) durch. Vom 11. bis zum 14. Juli unterrichtete er insgesamt sechs zumeist junge, mehrheitlich Musikstudenten aus vier verschiedenen Ländern im Lautenspiel. Das Unterrichtsrepertoire spannte sich von frühen Werken spanischer Renaissancelautenmusik bis zur späten deutschen Barocklautenmusik. An den vier Tagen legte Prof. Held besonderes Augenmerk auf technische Schulungen der beiden Spielhände, und ging auf Elemente der historischen Vortragspraxis ein. Bei der Arbeit ging er sensibel auf die jeweiligen Kenntnisse des Schülers ein und machte keinen Unterschied zwischen einem fortgeschrittenen Spieler und einem weniger erfahrenen.

Die Meisterklasse fand ihren krönenden Abschluss in einem Abschlusskonzert im Festsaal Königin Luise in Bad Alexandersbad. Sowohl die Meisterklasse als auch das Abschlusskonzert waren integrale Bestandteile des XX. Festival Mitte Europa (Intendant Prof. Thomas Thomaschke). Seit 20 Jahren zählt das mehrwöchige Festival zu den innovativsten und kreativsten Kulturfestivals im Zentrum Europas.

Im Abschlusskonzert erklang Lautenmusik von Francesco da Milano, Melchior Neusiedler, Esajas Reusner, Diego Ortiz, Ennemond Gaultier und François Dufault, vorgetragen von jungen Lautenisten aus Deutschland, Tschechien, Japan, Italien und Österreich. Herr Prof. Held setzte einen krönenden Abschluss mit seiner Interpretation der Suite in G-Moll von Silvius Leopold Weiss.


Wien, am 16. Juli 2011
Bernhard Fischer
DLG - Mitglied